Wow, wow, wow! Was war das denn bitteschön wieder für eine grandiose Sause? Da kommt ja keiner mehr mit. So lange es gedauert hat bis der Spuk los ging, so schnell ist er auch schon wieder vorbei. HARD:LINE 2026 ist Geschichte. Wir hoffen, ihr hattet alle – egal ob vor der Leinwand oder nach den Filmen im Biergarten – eine schöne Zeit. Wir müssen den Schock der Überwältigung und das Gefühlschaos erst noch sacken lassen. Gebt uns bitte ein bisschen Zeit! Fotos, Berichterstattung usw. kommen aber bald. Wir bedanken uns jedenfalls schon mal aus vollstem Herzen bei allen Festivalbesuchern und Filmgästen. Danke, danke, danke! Ohne euch würde es uns nicht geben!
HARD:LINE 2026 ist vorbei und irgendwie ja auch noch nicht. Das Festival ist rum, klar. Ein paar unserer Filme könnt ihr noch bis einschließlich Mittwoch, 22.04.2026, in den Kinos im Andreasstadel Regensburg erleben, da sie dort wiederholt werden. Checkt dafür bitte unseren Timetable.
Womit wir jetzt aber nicht länger warten wollen, ist die Bekanntgabe der Filme, die am Ende das Rennen um unsere beiden Publikumspreise und den Méliès D’Argent gemacht haben. Es war mal wieder ein extrem knappes Rennen. Um euch nicht länger auf die Folter zu spannen, hier sind sie: unsere Gewinner 2026!
Audience Award - Best Short Film: THE SEEING EYE DOG WHO SAW TOO MUCH
Da saßen wohl viele Fans von alten, italienischen Stich- und Schlitzfilmen im Publikum, denn unsere „Silver Razor Blade“ geht an die splatter-lastige Giallo-Persiflage THE SEEING EYE DOG WHO SAW TOO MUCH. Der Blindenhund, der im Rom der 70er-Jahre einen Mörder entlarvt, sorgte für aufheiternde Abwechslung. Wir hoffen Regisseur Eric Jackowitz freut sich in Los Angeles genauso wie wir uns in Regensburg. Herzlichen Glückwunsch!
Audience Award - Best Feature Film: STINKER
Es ist wie verhext: einmal mehr hat es der Film vom „Sonntag-Mittag-Slot“ geschafft, eure Herzen zu erobern. Zwei Jahre hatten wir Pause, aber nun hat diese hauseigene Regel wieder zugeschlagen. Allerdings: vollkommen zurecht! Denn wenn sich ein Alien in einem Plumpsklo in der kasachischen Pampa einnistet und sich der im Leben gescheiterte Dorfalkoholiker um das Wesen kümmert, dann bringt das einfach Herzen zum Schmelzen. Der Film hat bereits beim Weird Weekender 2025 in Stuttgart den Publikumspreis abgeräumt. Nun gratulieren auch wir ganz herzlich STINKER und Yerden Telemissov zur „Golden Razor Blade“!
Jury Award - Méliès d'argent: COMPOST
Nochmal besonders spannend wurde es bei der Vergabe des Mèliès D’Argent, des renommierten Kurzfilmpreises, den HARD:LINE als einziges deutsches Mitglied in der Méliès International Festivals Federation (MIFF) überreichen darf. Der Gewinner des Regensburger Wettbewerbs wird im Oktober gegen die Gewinnerfilme aller anderen Föderationsfestivals antreten und um die Auszeichnung als bester europäischer fantastischer Kurzfilm buhlen. Unsere Jury, bestehend aus Valeria Bistagnino (Produzentin unseres Eröffnungsfilme THE VIRGIN OF THE QUARRY LAKE), Elinor Lewy (Mitbegründerin des Berliner Filmfestivals „Final Girls“) und Comic-Zeichner Christopher „Piwi“ Tauber, entschied sich für den französischen Kurzfilm COMPOST, in dem ein kleiner Junge seinen verschwundenen Papa unter einem Erdhaufen im Garten vermutet. Herzlicher Glückwunsch an Regisseurin Jennifer Lumbroso!
Jury-Begründung
Kaum ein Moment der Kindheit dürfte traumatischer wirken, als der Vertrauensverlust in den eigenen Eltern. In diesem geheimnisvollen und beklemmenden Kurzfilm begleiten wir ein Kind, das im Begriff ist, eine Entwicklung zu machen, die sein Leben für immer verändern wird.
Dank herausragender Regie, Schauspielführung und einem punktgenauen Schnitt, erweckt COMPOST nicht nur Kindheitsängste, sondern kombiniert sie mit übernatürlichem Grauen, das seine Wurzeln in einem gesellschaftlichen Problem unserer Zeit geschlagen hat: Dem Fehlen von Väterfiguren und männlichen Vorbildern. Mit einer zwingend unheimlich inszenierten Atmosphäre und schaurig schönen Spezialeffekten empfiehlt sich Regisseurin Jennifer Lumbroso als eine Meisterin des Horrors, wohl vertraut mit den Regeln des Genres, aber selbstbewusst genug, um dieses Feld mit eigener Hake zu beackern.
Das überzeugend, authentische Spiel der Kinder-Darsteller und die hypnotische Bildsprache haben die Jury nicht nur in ihren Bann gezogen, sondern auch davon überzeugt, dass Jennifer Lumbroso die Gewinnerin des Kurzfilm-Awards des 13. HARD:LINE Filmfestivals ist.
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What’s scarier than a child realizing their parents can’t be trusted? In this mysterious and dread-filled short, we follow a child on the cusp ofuncovering something that will change his life for ever.
With stellar directing and an edit that never misses the markCOMPOST explores childhood fears as well as a supernatural horrorthat is also deeply rooted (no pun intended) in the zeitgeity family trauma of absent fathers. The chilling atmosphere and creepy SFX establish Jennifer Lumbroso as a master of horror, savvy of the genre’s rules, but also self-assuredly adding her own voice to the field.
The spectacular child actors and strong visual language took us over the edge. We’re happy to announce that our winner is Jennifer Lumbroso’s COMPOST.
Honorable Mention: STRETCHER
Das hatten wir auch noch nie, dass unsere Jury einen Kurzfilm, auch wenn er nicht den Méliès D’Argent gewinnt, ganz besonders hervorheben und erwähnen möchte. Es handelt sich dabei um STRETCHER (OT: Brancard) des französischen Filmemachers Thibault Fauconnet. Was unsere Jury als so besonders hervorhebenswert empfunden hat, erfahrt ihr nun.
Zitat: Jury
Mit einer Ausgangsposition, die für Menschen mit Krankenhaus-Erfahrungen ebenso vertraut wie beklemmend ist, startet STRETCHER/BANCARD eine sprichwörtliche Tour de Force, die an eine unserer stärksten Urängste appelliert: Den absoluten Kontrollverlust. Durch die gewählte Perspektive, in der wir unsere Protagonistin den Film über nie verlassen werden, beweist Thibault Fauconnet filmhandwerkliches Geschick, sowie ein innovatives Händchen für Horror, der ohne Monster und Blut auskommt, und der an schlechten Tagen, uns alle ereilen könnte. Mit Sicherheit ein wilder Ritt für jedes Festivalpublikum erhält STRETCHER/BANCARD eine mehr als verdiente lobende Erwähnung.
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With an opening scene that feels both familiar and distressing, especially for those with hospital experience, STRETCHER/BANCARD embarks on a vertitable tour de force taht taps into one of our deepest primal fears: the complete loss of control. Through the chosen perspective – in which we never leave our protagonist’s side throughout the film – Thibault Fauconnet demonstrates cinematic craftmanship as well as an innovative knack for horror that manages without monsters or blood, and that, on bad days, could befall any of us. Without a doubt a wild ride for any festival audience, STRETCHER/BANCARD receives a well-deserved honorable mention.