Online Festival: April 14 - April 24, 2022

Das war los beim 7. HARD:LINE Filmfestival

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Tendenziell beginnen wir unsere hinführenden und einleitenden Texte ein wenig verhalten und finden in jeder Zahl irgendeinen Fluch: „Fear the vier“, „The number of the beast“ und nun also „Das verflixte siebte Jahr“. Vielleicht mag es daran liegen, dass wir immer noch nicht so richtig glauben können, was aus dem Festival geworden ist. Ein Wochenende mit Genrekumpels war es damals… und ist es irgendwie auch heute noch. Nur dass man die Kumpels oft vorher nicht kennt und sie aus dem anderen Eck der Republik kommen. Das ist es, was HARD:LINE immer sein wollte und hoffentlich noch ist: Subkultur für Subkultur. So werden Freundschaften geschlossen.

Mit der Größe haben wir aber keineswegs Qualität eingebüßt. Die Filme sind stark wie nie und mit jedem Jahr wird es ein Stück weit leichter, ein Festival auf die Beine zu stellen, das sich sehen lassen kann. Dagegen steht indes das Volumen. Die Aufnahme zur European Fantastic Film Festivals Federation ist Fluch und Segen zugleich. Fünf Tage mit 16 langen und 16 kurzen Filmen, Parties, Konzerten und Diskussionen sind ein amtliches Programm, das erst mal gestemmt werden will. Dafür braucht man Helfer, Denker, Grafiker und Geldgeber. Allen, die zum Gelingen dieses siebten HARD:LINE Film Festivals beitragen, sei herzlich gedankt. Es ist wirklich ein Fest, mit so kreativen und spannenden Menschen einen Rahmen zu schaffen, in dem sich der geneigte Genrefan so richtig wohlfühlen kann.

Da ihr euch auch in diesem Jahr wieder auf den Weg macht und zu tausenden ins Ostentor Kino pilgert, wollen wir auch an euch ein herzliches „Danke“ richten und unsere Dankbarkeit mit einem Programm zum Ausdruck bringen, wie wir es noch nicht hatten. Unglaublich vielfältig, variabel, spannend, kontrovers, grausig, lustig, blutig und fantastisch ist es geworden. Filme aus sechzehn Ländern flimmern über die Leinwand, die sicher nicht allen schmecken werden. Nicht jeder wird 32 Meisterwerke sehen. Aber mal ehrlich: Was wäre das langweilig?

Wir wollen mit euch auf blutige Entdeckertour gehen. Kommt ihr mit?

Die Filme des 7. HARD:LINE Filmfestivals

Insgesamt 20 Filmpremiere(n) im Jahr 2019. Davon 1 Weltpremiere(n) [W]; 1 Internationale Premiere(n) [I]; 4 Europapremiere(n) [E]; 14 Deutschlandpremiere(n) [D];

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Gäste anwesend bei der Filmvorführung

Unsere Festivalgäste

Noah Ambrose, Devin Burrows, Tom Botchii, Gregor Erler, Micah Gallo, Angel Hernández Suarez, Brett Pierce, Drew T. Pierce, Martin Raiman, Steve Reverand, Julian Richards, Talal Selhami, Chang Tseng

Aus fast allen Teilen der Welt reisten die Gäste zu den Filmen nach Regensburg, um hier ihre Arbeiten vorzustellen. Regisseure, Composer oder Produzenten waren sie und haben geduldig alle Fragen sowohl der Fans als auch des Fachpublikums beantwortet, sich unserer Kamera gestellt oder an der Podiumsdiskussion teilgenommen. Was unser Festival jedoch so einzigartig macht ist, dass man alle Gäste auch bei einem Bierchen in der Kinokneipe treffen und locker flockig über das Gesehene sprechen kann.

Der Kurzfilmregisseur Noah Ambrose reiste aus dem fernen Estland nach Regensburg, um der Deustschlandpremiere seines Filmes GETTING OFF EARLY beizuwohnen.

Ebenfalls zur Deutschlandpremiere kam zu THE WRETCHED ein vierköpfiges Team aus den Staaten angereist. So schlugen die beiden Brüder und Regisseure Brett und Drew Pierce auf, um dem teuflischen Treiben auf der Leinwand ein Gesicht zu geben. Begleitet wurden die beiden von Produzent Chang Tseng und dem Komponisten des Films, Devin Burrows.

Erstmals außerhalb seines Heimatandes war der Film ARTIK zu sehen und der extrem sympathische Regisseur Tom Botchii kam, um mit uns über seinen äußerst grob geratenen Fiesling zu sprechen.

Neu ins Leben gerufen wurde das „Highlight Deutsches Kino“ bei dem wir den besten Genrefilm zeigen wollten, den wir in dieser Saison finden konnten. Zum Screening von DER LETZTE MIETER und zur anschließenden Podiumsdiskussion kam Georg Erler an die Donau.

Es kribbelte und krabbelte, als Micah Gallo seinen Spinnenfilm ITSY BITSY vorstellte und das Publikum lauschte gespannt, was der US-Amerikaner zu sagen hatte.

Für den Méliès D’Argent für den besten europäischen fantastischen Kurzfilm nominiert war der aufregede Fahrradhorror NOM, bei dem Angel Hernández Suarez Regie führte. Angel kam zu uns, um seinen Film vorzustellen.

Für den Kurzfilm SUPINE standen die Produzenten Martin Raiman und Steve Reverand auf der Bühne. Genauer gesagt sogar zwei Mal, denn am Sonntag durften die beiden den Méliès D’Argent unter großem Appaus entgegennehmen.

Über den Ehrengast des Festivals und Mitglied in der Jury für den Méliès Award freuten wir uns besonders. Der walisische Regisseur Julian Richards kann auf mehr als 20 Jahre Schaffen als Filmemacher zurückblicken und hatte einiges über seine Filme im „Directors Spotlight“ zu erzählen.

Dem Publikum dieses Festivals gefiel die marrokanische Produktion ACHOURA am besten und stattete den Film mit der „Golden Razor Blade“ aus. Glücklicherweise war Talal Selhami persönlich vor Ort, um den Preis entgegenzunehmen. Der immer gut gelaunte und super sympathische Regisseur stand den Fans immer als Gesprächspartner zur Verfügung!

Die Preisträger des 7. HARD:LINE Filmfestivals

Méliès D’Argent für den besten europäischen fantastischen Kurzfilm:

Publikumsvoting:

Archiv_Golden Razor Blade
Golden Razor Blade - die besten Langfilme

1. ACHOURA (4,31)
2. DER LETZTE MIETER (4,25)
3. ANIARA (4,11)

Silver Razor Blade - die besten Kurzfilme

1. THE BURDEN (4,39)
2. A LITTLE TASTE (3,94)
3. YOUR LAST DAY IN EARTH (3,91)

Archiv_Silver Razor Blade

Der Timetable des Festivals

Rahmenprogramm

Directors Spotlight

Director Spotlight 2019, Julian Richards

Julian Richards ist ein DIY-Künstler, wie er im Buche steht: Geht nicht, gibt’s nicht, denn im Zweifel macht man eben alles selbst. Das begann, wie bei einer ganzen Generation von Filmemachern, mit einer Super-8-Kamera. Einfach draufhalten und eigene Geschichten erzählen – früh übt sich. Der Waliser Richards begann im Alter von 13 Jahren mit ersten Experimenten. Die National Film School in London und Lehrjahre in LA, in denen er unter anderem für Steven Spielbergs Amblin Entertainment an Drehbüchern arbeitete, verfeinerten seine Skills, doch die kompromisslose Attitüde legte er dennoch nie ganz ab.

Schon für sein Debüt DARKLANDS aus dem Jahr 1997 musste er kreativ werden, denn kurz nachdem er den Film verkauft hatte, ging der amerikanische Verleih pleite und DARKLANDS hing über zehn Jahre in der Luft – selbst ein Angebot von Roger Corman musste Richards ausschlagen, weil die Rechte nicht zu klären waren. 2012 gründete er dann seinen eigenen Weltvertrieb Jinga Films, kaufte den Film zurück und konnte ihn mit über 15-jähriger Verspätung in den USA veröffentlichen. Für die provokante Mockumentary THE LAST HORROR MOVIE gründete er 2003 seine erste Produktionsfirma, um den Film so durchziehen zu können, wie er ihn im Sinn hatte.

Julian Richards ist facettenreich zwischen Produktion und Vertrieb unterwegs, doch immer mit dem Ziel, sowohl seine künstlerische als auch seine finanzielle Unabhängigkeit zu wahren. Dabei bleibt er dem Genrefilm treu, greift bewährte Themen und Tropen auf und gibt ihnen einen neuen Twist – etwa die Verortung des Okkultismusthrillers DARKLANDS im walisischen Hinterland, die Verschachtelung der Snuff-Mockumentary für THE LAST HORROR MOVIE oder die Verschränkung des Frankenstein-Themas mit einem Mutter-Tochter-Drama in REBORN.

2019 ist Julian Richards‘ Jahr, denn nach einer kurzen Regiepause, in der er sich seiner Familie widmete und Jinga Films zu einem angesehenen Indie-Haus ausbaute, ist er gleich mit zwei eigenen Arbeiten zurück im Rampenlicht und wird rechtzeitig zur stillen Zeit mit einem Element für den Horror-Adventskalender DEATHCEMBER am Start sein. Mehr als Grund genug, einen Blick auf sein bisheriges Werk zu werfen und mit ihm über seine Erfahrungen im Business zu sprechen.

Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion

Mit dem deutschen Genrekino ist das so eine Sache. Betongrau und in regnerischer Tristesse mäandern die Protagonisten durch einen zähen Plot. So oder so ähnlich sind die Assoziationen mit dem deutschen Genrekino, weil es ein solches in der öffentlichen Wahrnehmung gar nicht gibt. Wenn man von hiesigen Produktionen spricht, ist man schon beinahe versucht, den Tatort zum Genre zu zählen und damit alle Konventionen zu verraten.

Doch hinter der mausgrauen Fassade blühen zarte Pflänzchen von Unkraut, die sich nicht mehr reißen lassen. Wilde und ungestüme Filme mit einem Leinwand-füllenden Mittelfinger wuchern im Untergrund und klettern mittlerweile auch empor, um gesehen und bewundert zu werden. Die Beispielliste ist lang, ein paar wenige dieser Lichtblicke wollen aber angeführt sein: RAMMBOCK hat gezeigt, dass deutsches Zombiekino selbst unter Beteiligung der Öffentlich-Rechtlichen möglich ist; HAGAZUSSA ist immer noch einer der ambitioniertesten filmischen Essays, der letzten Jahre; SCHNEEFLÖCKCHEN ist eine Partygranate, die internationalen Standards mehr als genügt…

Vielleicht sind es gar keine Spitzen, die dort aus dem Sumpf der Dramen hervorgucken, sondern sogar Vorboten einer Strömung? Das alles ist möglich und verlangt nach einer Standortbestimmung. Darum rufen wir ab jetzt zur jährlichen Diskussion nach einem Screening eines der deutschen Genrehighlights.

Partys

Sublimeparty 2019

Bereits am Freitag in der Kinokneipe: Hellgore & Kermit

Während im Kino die Kettensäge rauscht und die verehrte Zuschauerschaft sich in das moralisch zweifelhafte Vergnügen eines Gore-Feuerwerks begibt, kredenzen uns die Schallplattenunterhalter in der Kinokneipe das musikalische Pendant zum Leinwandspiel. HELLGORE und MORTAL KERMIT wetzen die Skalpelle und sezieren die Musikgeschichte auf der Suche nach den krudesten Auswüchsen der Gitarrenwelt. Bei diesen Meistern der musikalischen Chirurgie wird der Patient nach allen Regeln der Kunst ausgeweidet… Glaubt nicht ihrer Erscheinung: Dieses Duo ist teuflisch gut!

Am Samstag gastiert traditionell „Sublime“

Verständnis für Musikströme abseits des Mainstreams und Gespür für das Außergewöhnliche hat einige Menschen zusammengebracht, die eine Indie-Veranstaltungsreihe in Regensburg etabliert haben: Ihr Name SUBLIME.

Was soll man da noch hinzufügen? Das DJ-Team schafft es, mit nur wenigen Worten sich selbst zu charakterisieren und bringt gleichzeitig auf den Punkt, warum wir lieben, was sie tun. SUBLIME ist die Leidenschaft der Entdeckung, die Liebe zur Musik und ein Garant für einen fantastischen Abend in der Kinokneipe!

Wir denken gar nicht daran, diese liebgewonnene Tradition aufzugeben. Sublime ist der Wahnsinn – und das bleiben sie.

http://sublime-music.blogspot.com/

Abschlusskonzert

Megasuri 2019

Abwechslungsreich soll ein Festival sein. Sich nicht wiederholen soll es sich. Wir finden, dass man ebendiesen Anspruch auch auf die Auswahl der Abschlussbands legen sollte. Glücklicherweise macht es einem diese Stadt relativ leicht. Unzählige Talente tummeln sich in und um Regensburg und machen gemeinsame Sache. Also machen wir doch da weiter, wo wir aufgehört haben und bitten eine höchst professionelle Band auf die Bühne, die nur darauf wartet, die Stadtgrenze zu überschreiten. Dazu ein echter Partyfilm, um das Festival ausklingen zu lassen und fertig ist der Abschlussabend 2019!

Korsette sind eng, sie zwicken und machen alles, nur keinen Spaß. Darum lässt sich MEGASURI nicht in ein solchen zwängen. Die Einflüsse sind vielseitig und deutlich im Rock verankert und damit hat sich‘s aber auch schon. Irgendwo zwischen Creed und Placebo, jedoch mit 70er Anstrich nehmen sie die Zuhörer auf Reisen durch breite Soundscapes… Fuck: Man sollte es lassen. MEGASURI passt einfach nicht in eine Schublade. Diese Regensburger Newcomer sind tight wie Hölle und von einer melodischen Tiefe, die einem ins Mark fährt. Melancholie muss tanzbar sein!

Aber was ist ein „Suri“ eigentlich, und wie ist ein solcher, wenn er mega ist? Da lassen sich die vier nicht in die Karten blicken. Da wird vom Sanskrit gemunkelt, oder von einem leichten Rausch aus der bayerischen Mundart. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Klar ist, dass diese Band ganz groß ist und unbedingt gehört werden will. Was immer dieses Suri ist, es ist mega und wir wollen es auf der Ostentorbühne sehen!

Tim Bleil, Christof Maier, Konstantin Steinhauser und Andreas Schlapps sind MEGASURI… und wir werden noch von ihnen hören.

https://www.facebook.com/megasurimusic

Impressionen vom 7. HARD:LINE Film Festival

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